Spurensuche
Es beginnt meist mit einer guten Idee und endet leider viel zu häufig in Schilda: vergessene Fenster, undichte Dächer, falsche Materialien. Die Schelmengeschichten erschienen erstmals im Jahre 1597. Es scheint, als habe sich seitdem nicht viel geändert. Warum nur? Vielleicht muss man die Suche nach den Ursprüngen bau(recht)licher Probleme zeitlich etwas weiter ausdehnen?
Die Zikkurat von Etemenanki, besser bekannt als der Turmbau zu Babel, gilt den einen als Symbol menschlicher Hybris, für die anderen ist es die Allegorie des menschlichen Traumas, mit einem anderen Menschen nicht reden zu können, weil er eine andere Sprache spricht. Die Existenz des Turmes zu Babylon ist seit 1913 übrigens archäologisch nachgewiesen.

Möglicherweise hat der deutsche Architekt und Archäologe Robert Koldewey bei der Gelegenheit auch die Wurzeln aller baurechtlichen Probleme entdeckt, denn 5000 Jahre nach Babel bietet sich dem aufmerksamen Betrachter auf Baustellen der Gegenwart ein verblüffend ähnliches Bild: zig verschiedene Gewerke mit einer Vielzahl von Mitarbeitern, Subunternehmern und Helfern.
Da müsste es doch schon mit dem Teufel zugehen, wenn ein Bauprojekt ohne Mängel und Streit beendet würde ...
Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.
